Programm-Hinweis

 

Brahms-Requiem in der Lutherkirche

Der Philharmonische Chor Erfurt lädt Sie ein, am 25. November 2017 um 17 Uhr in die Lutherkirche zu kommen. Es erklingt „Ein deutsches Requiem“, op. 45, von Johannes Brahms (1833-1897) für Sopran- und Bariton-Solo, Chor und Orchester.

Das Hohelied der Liebe in der Dresdner Frauenkirche

Die Gelegenheit, an einem so besonderen Ort wie in der Dresdner Frauenkirche zu singen, sollte man nicht verstreichen lassen, ohne inhaltlich etwas Besonderes zu bieten. Am letzten Sonntag nutzte der Philharmonische Chor Erfurt diese Chance mit dem Teil seines aktuellen A-cappella-Programms, der wie für diesen so imposant wieder erstandenen Sakralbau geschaffen erscheint.

Die Sängerinnen und Sänger aus Thüringen waren dazu eingeladen, in der vollbesetzten Frauenkirche einen Gottesdienst mit Heiligem Abendmahl zu begleiten. Chordirektor Andreas Ketelhut vom Erfurter Theater hatte dazu eine wunderbare Liebeserklärung ins Programm genommen, die der in New York lebende Norweger Ola Gjeilo komponierte. Unter dem Titel „Northern Lights“ brachte dieser im Jahr 2012 die Vertonung eines Verses aus dem Hohelied der Liebe („Pulchra es amica mea“) heraus. Die Texte dieser biblischen Sammlung von Liebesgedichten werden traditionell auf die Liebe zwischen Gott und sein auserwähltes Volk bezogen, in Bezug auf die Frauenkirche kann man sie aber auch wörtlich meinen: „Meine Freundin, Du bist so schön wie Jerusalem.“

Ola Gjeilo ist für einen Komponisten noch sehr jung, will im kommenden Jahr gerade erst mal seinen 40. Geburtstag feiern. Seine Werke erfreuen sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit und sind sogar in den Charts notiert. Nach der Norwegischen Musikhochschule in Oslo besuchte er unter anderem das Royal College of Music in London, wo mehr als 100 Jahre zuvor Charles Villiers Stanford (1852 – 1924) lehrte. Vor der Predigt erklang am Sonntag dessen „Beati quorum via“, eine Bearbeitung des ersten Verses von Psalm 119 auf Latein. Wohl denen, die im Gesetz des Herrn wandeln, heißt es da. Und die wunderbare Akustik der Frauenkirche auf diese Weise erleben, darf man nach diesem Sonntag wohl augenzwinkernd hinzufügen.

Das Schaffen Stanfords lehnt sich ein wenig an die wundervolle Tonkunst von Anton Bruckner (1824 – 1896) an, dessen „Locus iste“ zum Standard-Repertoire des Philharmonischen Chors gehört. Und auch hier passte der Text perfekt zum Auftrittsort. Denn man könnte ja wirklich meinen, dass die Inspiration für dieses Bauwerk einfach nicht von dieser Welt sein kann.

Und neben all dem Norwegischen, Englischen und Österreichischen hatten die Erfurter für ihre Dresdner Gastgeber natürlich auch noch etwas aus ihrer Heimat im Gepäck. Das für Sopran, Alt, Tenor und zwei Bass-Stimmen komponierte „Nachtlied“ von Max Reger (1873-1916) entstand 1914 in Meiningen, passende Begleitung für die Ausspendung des Abendmahls am Ende des Gottesdienstes.

Torsten Stahlberg

Der Philharmonische Chor Erfurt e.V.

Als zu den ersten Domstufenfestspielen des Theaters Erfurt 1994 mit „Carmina burana“ ein großer Extrachor benötigt wurde, stellte sich Chordirektor Andreas Ketelhut dieser ungewöhnlichen Herausforderung, indem er den Philharmonischen Chor aus der Taufe hob. Heute hat der Chor über 100 Mitglieder und hat sich zu einer festen Größe im Kulturleben Erfurts und weit darüber hinaus entwickelt. Zahlreiche Konzerte im In- und Ausland machen ihn zu einem attraktiven Betätigungsfeld für die Sängerinnen und Sänger, die im Hauptberuf den unterschiedlichsten Professionen nachgehen.

Das Repertoire ist von einer großen Vielfalt in den musikalischen Genres geprägt. Ob als Extrachor bei den Domstufenfestspielen mit Kostüm und Maske, als Konzertchor mit der Aufführung bedeutender chorsinfonischer Werke oder als A-cappella-Chor an akustisch reizvollen Orten - das Singen in diesem Chor macht einfach Spaß.

Sollte Ihr Interesse geweckt worden sein, selbst mitzuwirken oder den Chor für ein Konzert zu buchen, dann nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.

Foto: Volkmar Heilbock

Unsere Proben finden dienstags, 19.00 Uhr, im Chorsaal des Theaters Erfurt (Bühneneingang) statt. (Foto: Volkmar Heilbock)